Marktausblick

Monatlicher Marktausblick: Mai 2018

Diesmal beleuchten wir das Thema Handelskriege und die möglichen Auswirkungen auf die USA, die Schwellenländer und Japan.

07.05.2018

Keith Wade

Keith Wade

Chefvolkswirt

Craig Botham

Craig Botham

Schwellenländervolkswirt

Piya Sachdeva

Piya Sachdeva

Volkswirtin

Handelskriege: Haben die USA schon gewonnen?

  • Die USA haben Strafzölle auf chinesische Importe erhoben, und Chinas Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Da sich die Stimmung jedoch zuletzt besserte, kamen Hoffnungen auf eine mögliche Einigung der beiden Länder auf. Ein solcher Deal ist unseres Erachtens das Ziel von Präsident Trump, das er noch vor den Zwischenwahlen im November zu erreichen versucht.
  • Chinas Spielraum zur Erhebung von Strafzöllen ist zwar begrenzt, doch dies bedeutet keineswegs, dass dem Land nicht trotzdem etliche Maßnahmen zur Verfügung stehen würden, um US-Unternehmen das Leben schwer zu machen. Darüber hinaus könnte China den Widrigkeiten eines potenziellen Handelskriegs womöglich länger standhalten als die USA, da eine finanzpolitische Unterstützung in China wahrscheinlicher ist und der Kommunistischen Partei rund um Präsident Xi natürlich keine Wahlen bevorstehen.

Handelskriege und Schwellenländer

  • Sollten sich potenzielle Handelskriege tatsächlich bewahrheiten, werden manche Schwellenländer diesen unzweifelhaft zum Opfer fallen. Dennoch existiert hier für Anleger womöglich auch ein gewisses Renditepotenzial. Zumindest aktuell sieht es danach aus, als ob sich die negativen Auswirkungen vor allem auf Asien konzentrieren; allerdings wird es nicht dabei bleiben, sollte der Konflikt auf den Rest der Welt übergehen.

Japan: Wie verwundbar ist Japan im Falle eines Handelskrieges?

  • Sofern die Spannungen zwischen den USA und China unter Kontrolle bleiben, sind die Auswirkungen auf Japan begrenzt.
  • Von den USA erhobene Strafzölle auf Aluminium und Stahl wirken sich kaum auf das japanische Wachstum aus. Zwar ist Japan die Industrienation, die einem Handelskrieg zwischen den USA und China am stärksten ausgesetzt wäre, da das Land erheblich in der chinesischen Lieferkette vertreten ist. Doch gemessen am japanischen BIP ist die Verwundbarkeit Japans gering.
  • Sollte der Yen als sicherer Hafen anziehen, so würde dies die japanischen Exporte, Inflation und Gewinne negativ beeinflussen. Unterdessen würde die Zyklizität des Aktienmarktes vermutlich zu einer unterdurchschnittlichen Wertentwicklung japanischer Aktien führen.